Chronik 1939 bis heute

1939
Um den neuesten »Feuervorschriften« gerecht zu werden, wird das Theater erneut wegen Umbaus geschlossen. Mathea Merryfield sorgt mit ihrem Auftritt im Wiedereröffnungsprogramm für Furore: Sie ist eine der schönsten Nackttänzerinnen Amerikas der damaligen Zeit. Große Künstler wie Karl Valentin, Marita Gründgens, um nur einige zu nennen, tragen zum großen Ansehen des Friedrichsbaus bei. Trotz schwieriger politischer Lage und absurden Auflagen seitens der Nationalsozialisten, z. B. in der Verpflichtung internationaler Künstler, versucht die Direktion, ihrem Kurs treu zu bleiben.
 
1943
Das Friedrichsbau Theater erleidet schwere Kriegsschäden. Alle Versuche, das Gebäude wieder herzustellen, schlagen fehl und der Spielbetrieb muss eingestellt werden.
 
1944
In der Nacht vom 25. auf den 26. Juli
brennt das Theater nach einem schweren
Bombenangriff vollkommen aus. Alle
Rettungsversuche sind vergeblich, die
Schäden sind zu groß.
 
1955
Im Jahre 1955 wird das Haus schließlich zu Gunsten einer Straßenerweiterung dem Erdboden gleich gemacht. Dies ist zunächst das Ende eines der besten Varietétheater Europas.
 
1993
An historischer Stelle, im Herzen Stuttgarts, lässt die L-Bank einen großen Neubau entstehen, den Friedrichsbau. Die Deutsche Entertainment AG (DEAG) legt ein Konzept für ein Varietétheater vor, das von der L-Bank mit Begeisterung angenommen wird. In diesem Zuge lässt die DEAG den Veranstaltungsraum, der im Untergeschoss der "Rotunde" liegt, in ein Theater umbauen mit Bühne, Foyer und kleinem Küchenbereich. Das Friedrichsbau Varieté bekommt als hundertprozentige Tochte der DEAG von der L-Bank ein neues Forum.
1994 bis heute
Am 24. Februar 1994 öffnet das neue Friedrichsbau Varieté seine Pforten mit der Premiere des Programms „Kapriolen des Varietés“ unter der Regie von André Heller. Oscar Heiler, den die neue Geschäftsführerin Gabriele Frenzel für diesen Abend auf die Bühne holt, wird mit stehenden Ovationen empfangen. Damit ist der Bogen gespannt, Tradition und Innovation vereinen sich in der neuen Spielstätte.
 
Die unverkennbare Handschrift Bernhard Pauls, künstlerischer Leiter des Friedrichsbau Varietés und Circus Roncalli-Direktor, ist in den Programmen spürbar. Er holt junge Talente und sagenhafte Stars nach Stuttgart, um seine phantasievollen Shows zu inszenieren: Fingerflinke Magier treffen auf freche Comedians, begnadete
Jongleure auf wortgewandte Conférenciers. Internationale Künstler und Artisten wie die Kessler Zwillinge, Robert Kreis, Topas, Vis Versa, die Thuranos, Arabeske und viele mehr sind hier fortan zu Hause.
 
Das Friedrichsbau Varieté ist ein wichtiger Bestandteil der attraktiven Kulturlandschaft in Stuttgart und Umgebung und zählt zu den renommiertesten Varietébühnen Deutschlands.
Wie im Fluge sind die Jahre vergangen, und am 24. Februar 2004 wird das zehnjährige Bestehen des Friedrichsbau Varieté gefeiert. Die rauschende Geburtstags-Gala ist ein Wiedersehen mit vielen Menschen, die mit dem Haus verbunden sind. Bis in die frühen Morgenstunden wird das Tanzbein geschwungen.
 
Gabriele Frenzel, ihr Team und die Artisten haben mit großem Engagement und Phantasie dem Friedrichsbau Varieté wieder eine Seele gegeben. Und am 24. September 2004 begrüßt Frau Frenzel die Millionste Besucherin.
 
Trotz schwieriger wirtschaftlicher Situation hat das Friedrichsbau Varieté das 12. Jahr erfolgreich abgeschlossen und der unermüdliche Optimismus von Gabriele Frenzel wird honoriert. Im November 2000 wurde sie mit der traditionellen KURTZ-Rose geehrt, die für mannigfaltiges ehrenamtliches Engagement steht. Am 16. November 2005 wird ihr der „Goldene Volltreffer“ von Erich Brodbeck und Erwin Staudt im Stuttgarter Rathaus überreicht. Die Stuttgarter Prominentenkicker ehren mit dieser Auszeichnung einmal im Jahr eine populäre Persönlichkeit, die durch außerordentliches Engagement den Menschen mehr Lebensqualität vermittelt. Nach Ursula Späth ist Frau Frenzel erst die zweite Frau, der in der 22-jährigen Geschichte des Preises diese Ehre zuteil wird.
 
Ende 2007 übernimmt der Regisseur Ralph Sun die künstlerische Leitung und führt erstmals mit der Show „Revue der Elemente“ die alleinige Regie, die er dann in den kommenden Produktionen fortsetzt. Mit seinen innovativen Ideen wagt er einen Sprung nach vorne und holt die Varietékunst an den Puls der Zeit. Es entstehen spannende Ideen, aus denen sich ganzheitliche Konzepte entwickeln. Jede Show hat ein eigenes Gesicht.
 
Bis Ende Juli 2012 haben gut 1.800.000 Menschen das Friedrichsbau Varieté besucht und um die 1.630 Künstler sind in 6.605 Vorstellungen aufgetreten. Diese Zahlen zeigen, dass das Friedrichsbau Varieté ist nach wie vor ein Magnet für alle ist. Am 24. Februar 2013 ist sein 19. Geburtstag!